Informationen zur Rechtsschutzversicherung
von Topfinanzpartner.de
Viele Deutsche schließen eine Rechtsschutzversicherung ab, um bei einem Streitfall nicht aus Kostengründen auf eine Klage verzichten zu müssen. Diese Überlegung ist natürlich grundsätzlich klug und richtig, allerdings sollte man vor und bei Vertragsabschluss einige wichtige Dinge beachten. Zuerst einmal gehört die Rechtsschutzversicherung nicht grundsätzlich zu den „lebensnotwendigen“ Versicherungen, wie beispielsweise eine Haftpflicht- oder Hausratversicherung. In vielen Fällen ist sie zwar äußerst sinnvoll, manchmal wird sie aber auch gar nicht benötigt. So sind beispielsweise Gewerkschaftsmitglieder automatisch berufsrechtsschutzversichert, und auch Mitglieder in Mietervereinen oder Automobilclubs sind oft zu besonders günstigen Sonderkonditionen versichert. Wer eine private Rechtsschutzversicherung abschließen möchte, der sollte sich vor allem darüber im Klaren sein, dass insbesondere die Streitigkeiten, die besonders kostenintensiv sind, normalerweise nicht versicherbar sind. Prozesse um Erbe oder Scheidung, Immobiliengeschäfte oder auch Wertpapierhandel sind in den meisten Tarifen nicht gedeckt oder zumindest sehr eingeschränkt versichert.
Besonders sinnvoll ist eine Rechtsschutzversicherung in den folgenden Fällen:
Wer viel und regelmäßig Auto fährt, sollte auf jeden Fall eine Verkehrsrechtsschutzversicherung haben, denn wenn Sie unverschuldet in einen Unfall verwickelt werden und der Unfallgegner (bzw. seine Versicherung) die Zahlung verweigert, können besonders langwierige und teure Prozesse entstehen.
Wer in einer risikoreichen Branche arbeitet, tut auf jeden Fall gut daran, eine Rechtsschutzversicherung mit beruflicher Deckung abzuschließen. Handwerker sollten auf jeden Fall versichert sein, aber auch im Bereich „Gesundheit“ (Ärzte, Therapeuten, Pflegeberufe), „Logistik“ (Transporteure, Spediteure), „Konstruktion“ (Architekten, Statiker, Bauunternehmer) und vielen weiteren Bereichen ist eine Rechtsschutzversicherung wirklich wichtig. Selbstständige und Freiberufler sollten grundsätzlich eine Rechtsschutzversicherung mit beruflicher Deckung haben. Ein zusätzlicher Mietrechtsschutz empfielt sich in erster Linie für Bewohner von Mietwohnungen – denn Streitigkeiten mit dem Vermieter haben einen hohen Anteil der in Deutschland geführten Prozesse.
Rechtsschutzversicherungen werden für gewöhnlich im Paket angeboten, das je nach Bedarf die verschiedenen Rechtsfelder abdeckt. Meist empfiehlt sich der Abschluss eines Komplettpakets aus Privat-, Berufs- und Verkehrsrechtsschutz, dies ist fast immer günstiger, als einzelne Sparten auch einzeln zu versichern. Hinzu kann gegebenenfalls der Mietrechtsschutz kommen.
TIPP: Wenn Sie bei der Rechtsschutzversicherung einen Selbstbehalt von beispielsweise 150,- Euro akzeptieren, sinken die Prämien deutlich, oft um 20 bis 25 Prozent. Zudem gewähren die Gesellschaften Rabatt für Verträge, die gleich für fünf Jahre abgeschlossen werden.
